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09.06.2017
Pressemitteilung
101.820 Cholera-Verdachtsfälle registriert DRK-Präsident Seiters: Humanitäre Lage im Jemen immer dramatischer
Die internationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung ist mit Nationalen Gesellschaften
in 190 Ländern die größte humanitäre Organisation der Welt.
Berlin, 9. Juni 2017 039 /2017
Die humanitäre Lage im Jemen wird nach dem Ausbruch der Cholera
immer dramatischer. Zudem steht das Land, das von einem schweren
bewaffneten Konflikt gezeichnet ist, am Rande einer Hungersnot. Der
Cholera-Ausbruch hat innerhalb von nur rund vier Wochen bis jetzt
mindestens 789 Menschen getötet, 101.820 Menschen weisen
inzwischen die typischen Symptome der Durchfallerkrankung auf und
gelten als Verdachtsfälle. „Die Zahlen steigen täglich. Die Helfer von
Rotem Kreuz und Rotem Halbmond sind rund um die Uhr im Einsatz,
sie helfen, wo sie können. Viele Menschen sind bereits vom Hunger
geschwächt. Das DRK ruft die Bevölkerung zu Spenden auf. Zugleich
fordern wir die internationale Gemeinschaft auf, ihre Hilfen für die
notleidende und hungernde Bevölkerung im Jemen und am Horn von
Afrika zu verstärken“, sagt DRK-Präsident Rudolf Seiters.
Das DRK ist bereits seit 2009 im Jemen gemeinsam mit dem Jemenitischen
Roten Halbmond mit humanitären Projekten engagiert. „Gegen die Cholera
stellen wir Infusionen, Desinfektionsmittel, Medikamente, allgemeine
Krankenhausausstattung und Hygiene-Pakete bereit, um die größte Not zu
lindern“, sagt Seiters. Zudem werden Trainings für Krankenschwestern und -
pfleger zur Behandlung von Cholera angeboten und Aufklärungsmaterial an
die Bevölkerung ausgegeben. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz
hat allein in den vergangenen Tagen bereits mehr als 40 Tonnen Hilfsgüter in
den Jemen gebracht, darunter neun Tonnen Chlor um sauberes Wasser zu
erzeugen sowie medizinisches Gerät, das in zwölf vom Roten Kreuz
unterstützten Gesundheitseinrichtungen verwendet werden wird.
„Das Gesundheitssystem im Jemen ist durch die anhaltende Gewalt und
fehlenden Zugangsmöglichkeiten für Helfer extrem geschwächt, viele
Krankenhäuser sind durch Luftangriffe zerstört. Hinzu kommt, dass die
Hauptstadt Sana’a mit rund 2,5 Millionen Einwohnern und mehreren
hunderttausend Binnenflüchtlingen, ebenso wie fast alle anderen großen
Städte, keine funktionierende Trinkwasserversorgung mehr hat. Viele
Menschen trinken daher verunreinigtes Wasser, sind durch Hunger ohnehin
geschwächt und damit anfälliger für Erkrankungen. Die bisherige Hilfe reicht
bei weitem nicht aus“, sagt Seiters.
Das DRK bittet um Spenden für die notleidende Bevölkerung im Jemen:
IBAN: DE63370205000005023307
BIC: BFSWDE33XXX
Stichwort: Nothilfe Jemen
https://www.drk.de/hilfe-weltweit/wo-wir-helfen/nahost/jemen-nothilfe-im-krisengebiet/

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